Two Oceans Marathon 2018

… und dann war es auf einmal der 31.03.2018 ….
Aber der Reihe nach.

Die letzten Wochen vor Südafrika liefen so mittelmäßig. Durch regelmäßiges Dehnen, einigen Physio-Besuchen und Mentaltraining war ich soweit wieder mit mir im reinen, dass ich schmerzfrei laufen konnte. Die langen Läufe liefen soweit es das Wetter und die Verfassung zu lies auch ganz gut. Bei Schnee/Eis und Minusgraden zu trainieren, wenn man dann nach Südafrika in die Sonne fährt ist jetzt nicht soooo der Hit, aber was solls, man nimmt es so wie es ist.
Am Dienstag, 27.03. ging es also los, Frankfurt, dort mit der Laufgruppe getroffen (laufreisen.de – vorab: super Organisation). Dann in den Flieger und in Richtung Johannesburg gestartet. 12 Std. Flug ist für mich ehr Streß. Schlafen kann ich im Flieger nicht und so richtig entspannt bin ich auch nicht, also war das Ziel einfach abwarten und das Beste draus machen. Nach 12 Std. sind wir dann in Johannesburg gelandet. Dort durch den Zoll, Koffer auschecken, wieder einchecken und zum Inlandsflug Gate in Richtung Kapstadt aufgebrochen. Wir hatten noch ca. 1 Std. Aufenthalt, so dass es noch leicht für nen Blaubeermuffin und nen Kaffee gereicht hat. Dann ging es auch schon weiter nach Kapstadt.
Dort wurden wir von Robert abgeholt und dann ins Hotel gebracht. Kleiner Begrüßungstrunk und los zur Marathon-Messe, wo wir die Startunterlagen abholten. Insgesamt blieb uns genug Zeit über die Messe zu schlendern. War ganz interessant, aber wirklich was neues gab es nicht. Die normale Marathon-Messe halt, nur in Südafrika und es sprachen nicht soooo viele deutsch 🙂
Danach ging es zum Essen und dann ins Hotel. Durch den Flug und den wenigen Schlaf, vielen wir auch relativ schnell in Tiefschlaf.
Am nächsten Tag ging es dann los, den Naturpark um das „Cape of good Hope“ zu erkunden. Beeindruckende Landschaften … vorbei am „Pinguinstrand“ Boulders Beach und dann entlang der Marathonstrecke zurück in Richtung Hotel. Mittag gab es noch ein Picknik, sehr lecker essen, welches auch die Paviane anlockte. So hatten wir „ungebetene Gesellschaft“, was aber außer einem Verlust des Salates keine größeren Schäden / Verluste mit sich führte.
Der Freitag war dann geprägt von dem Freundschaftslauf. Alles Nationen waren dabei, und auch Susi machte mit und bestritt die lockeren 6,5 KM durch Kapstadt, an der Waterfront – Hafen entlang. Außer der Regen, über den sich die Einheimischen allerdings sehr freuten, war es eine super Veranstaltung. Wir blieben danach noch etwas an der Waterfront, aßen eine Kleinigkeit und bummelten durch die Geschäfte, bis wir dann zurück zum Hotel liefen, wo wir uns etwas ausruhten. Um 17:00 Uhr hatten wir dann unsere Informationsveranstaltung zum Marathon, dem Ablauf etc. und danach ging es dann zur Hotel eigenen Pastaparty. Sehr Leckeres Essen und nette Gespräche und schon ging es ins Bett, da wir um 4:30 Uhr am nächsten Morgen schon abgeholt wurden.
Der Tag des Two Oceans….

Um 3:00 Uhr klingelte der Wecker. Morgentoilette, Umziehen und dann zum Frühstück. Dort angekommen traf man auch schon die +üblichen Verdächtigen 🙂 Man merkte schon, dass jeder etwas angespannt war. Einige konnten nicht so viel Essen und erzählen, andere quatschen ohne Punkt und Komma. Ich versuchte normal zu Frühstücken und ruhig zu bleiben. Da es heiß werden sollte, ich aber die Sonnenmilch vergessen hatte, ging ich noch mal kurz hoch ins Zimmer. Sonnenmilch auftragen und los ging es. Wir trafen uns in der Hotellobby, wo uns ein Bus in ca. 20 Minuten dann zum Startbereich brachte. Wir wollten nicht zu spät los, da wir den Verkehr nicht einschätzen konnten. Die Folge daraus war, wir waren 1,5 Stunden vor dem Start im Startbereich angekommen. Es war noch etwas kalt und sehr windig, so entschloss ich mich relativ früh, meinen Startblock auf zu suchen, um mich in der Menschenmasse etwas vor dem Wind zu verstecken. Es füllte sich zusehends und dann begann auch schon die „Zeremonie“ vor dem Start. Erst einmal wurden alle Nationen begrüßt um dann die Südafrikanische Nationalhymne zu singen. Das war schon ein kribbelnder Moment, aber Gänsehaut-Feeling war dann, als „Shosholoza“, die Hymne der Apartheitsbewegung gesungen wurde. Dann endlich der Start. Ich fühlte mich gut und versuchte locker zu laufen, und so begann ich die ersten KM in einem 5:50 er Schnitt. Was mir dann doch etwas zu schnell war, da ich die Priorität aufs ankommen setzte. Also versuchte ich mich etwas ein zu bremsen und lief in einem angenehmen 6:15 Schnitt bis Anstieg Chapmans Peak. Bis dort hin versuchte ich so viel von der Stimmung, der Natur, auf zu saugen, wie nur irgendwie möglich. Am Anstieg Chapmans Peak wollte ich Kraft sparen und nahm Geschwindigkeit weg. Die steileren Passagen ging ich, wenn es etwas flacher wurde setzte ich wieder zum Trappen an. So ging es relativ gut die ersten 400 Höhenmeter Chapmans Peak hoch. Dort angekommen freute ich mich noch und musste dann leider feststellen, dass mein Kreislauf nicht mehr so wollte wie ich. Der Anstieg, die Hitze… irgendetwas machte mir ziemlich zu schaffen. Ich brauchte eine Auszeit. Ich wusste, das ist nicht gut, doch was tun. Aufgeben/Abbrechen? Ich lies mich kurz durchchecken und fragte dann wie es mit der CutOff-Zeit ist. Man erzählte mir, ich hätte noch eine gute Stunde für 9km und daher dachte ich mir, versuchst es einfach. Ab dem Zeitpunkt war mir klar, die angepeilte Zeit ist nicht relevant, versuch einfach die Ziellinie zu erreichen ohne aus dem Rennen genommen zu werden. So war der Plan und der war gut. Ich lief solange, bis mir der Kreislauf wieder ein Fragezeichen in den Weg warf, dann ging ich ein Stück. Wenn ich mich wieder besser fühlte, dann lief ich wieder an. So hangelte ich mich von KM zu KM und schaffte es, unter der CutOff-Zeit bei KM 42 zu bleiben. Somit war klar, egal wie schlimm es wird, ich laufe über die Ziellinie. Ich behielt diese Laufvariante bei, immer wie es ging laufen, ansonsten zwischen durch gehen. Ich versuchte viel zu trinken. Im Nachhinein hab ich es damit wohl etwas schlimmer gemacht, weil ich so extremen Natriummangel hatte. Man lernt halt nie aus! Es war Super, wie die Zuschauer und Helfer einen gepushed haben. Jeder hat geholfen wo er konnte, sei es mit Getränken, Nahrung oder nur aufmunternden Worte. Es war eine super Erfahrung. Die letzten 5 KM war dann auch der letzte Anstieg und alle Leute am Rand sagten immer wieder das selbe: „Don’t give up, cross the Finish-Line“ … und so kam es dann auch. Ziemlich am Ende überquerte ich dann doch endlich nach 7:25 Std. die Ziellinie. Gute 45 Minuten langsamer als geplant, ja, aber Aufgrund meines Zustandes bin ich trotzdem Stolz. Ich werde sicherlich noch einmal kommen und den Lauf bestreiten, da ich weiß, ich kann es besser, aber an dem Tag, in dem Zustand war das alles was ich herausholen konnte.
Die ersten 2 Stunden danach ging es mir nicht sooo gut. Ich hatte etwas Magenprobleme und starke Krämpfe. Der Salzmangel war wohl doch extrem hoch. Aber nach guten 2-3 Stunden war ich wieder soweit fit, dass ich mit der Gruppe ein gemütliches Afrikanisches Abendessen zu mir nehmen konnte.
Zum Lauf selbst muss ich sagen, Super tolles Erlebnis, super Organisation, einfach nur Perfekt. Hier könnten sich so der eine oder andere Veranstalter in Deutschland einiges abschauen.
Ich konnte viele supertolle Eindrücke mit nehmen und hey…. Ultra gefinished 🙂
Die restlichen Tag in Südafrika / Cape Town rundeten das ganze dann wirklich ab. Alles super Organisiert, noch mal vielen Dank an Anke und Günter von laufreisen.de 🙂

In dem Sinne, … bleibt sportlich.